Unser (Ab)wasser – wie wird es gereinigt?

Besichtigung Klärwerk Leutkirch durch Ortsverband Bad-Wurzach-Kisslegg der Grünen

Ganz selbstverständlich verbrauchen und verschmutzen wir Wasser im Haushalt bei der Toilettenspülung, Waschmaschine und Putzen, sowie im Gewerbe für verschiedene Reinigungsprozesse. Aber wie bekommt man das Abwasser wieder „sauber“?

Bei einer Führung mit dem Grünen Ortsverband Bad Wurzach-Kisslegg im Klärwerk Leutkirch erläuterte Abwassermeister Wilfried Westphal die drei Klärstufen der mechanischen, biologischen und chemischen Reinigung. Er zeigte die Komplexität der Anlage und deren Bedienung auf, einschließlich des entstehenden Restprodukts Klärschlamm und dessen Entsorgung. Obgleich bereits jetzt das in den Faultürmen entstehende Klimakillergas Methan in 3 Blockheizkraftwerken umweltfreundlich zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird, benötigt das Klärwerk doch noch erhebliche Mengen an zugekauftem Strom und Gas.

„Die zur Klimaneutralität des Klärwerks erforderlichen Investitionen sollten möglichst rasch umgesetzt werden, um die von der EU für das Jahr 2045 geplante Klimaneutralität zu erreichen“, so Rainer Deuschel vom Ortsverband Bad Wurzach-Kisslegg der Grünen. „Auch wenn wir beim Klimawandel von dramatischem Wassermangel verschont bleiben werden, sollte es uns dennoch Verpflichtung sein, unser Abwasser klimaneutral und möglichst weitgehend zu reinigen.“

Wilfried Westphal appellierte in diesem Zusammenhang an die Bürger: „Um einen aktiven Beitrag zum Gewässerschutz zu leisten, sollten keine Medikamentenreste in der Toilette entsorgt werden. Das gilt für feste und flüssige gleichermaßen. Diese führen zu einer zusätzlichen Spurenstoff-belastung im Gewässer und sollten daher nur in der Mülltonne entsorgt werden“.